Nachts im Garten: Ein leuchtendes Erlebnis für Entdeckungsfreudige

Lichtfang-Bild

Am Samstag, den 13. Juni 2026, erhielten mehr als 20 Teilnehmende bei der Abendveranstaltung „Artenvielfalt am Leuchtturm“ einen seltenen Einblick in das nächtliche Leben des Botanischen Gartens am KIT. Was tagsüber meist verborgen bleibt: Der Garten ist auch nach Einbruch der Dunkelheit ein wichtiger Lebensraum für Nachtfalter und zahlreiche weitere Insekten.

Unter der Leitung von Michael Falkenberg (Staatliches Museum für Naturkunde Karlsruhe) sowie Julia Blendl und Michelle Brix (Pädagogische Hochschule Karlsruhe) wurden an mehreren Lichtfangtürmen Insekten angelockt, beobachtet und bestimmt. Die Gäste konnten selbst aktiv werden und die erstaunliche Artenfülle der Nacht entdecken.

Die Ausbeute konnte sich sehen lassen: Mehr als 60 Arten von Großschmetterlingen wurden im Laufe des Abends nachgewiesen. Viele Gäste waren überrascht, wie farbenprächtig und formenreich Nachtfalter sind und welche Vielfalt sich im Botanischen Garten entfaltet, sobald die Sonne untergegangen ist.

Die Veranstaltung machte wieder einmal deutlich, welchen Wert der Botanische Garten am KIT als Rückzugsort für die biologische Vielfalt mitten in Karlsruhe besitzt – und dass es sich lohnt, auch die oft übersehenen Bewohner der Nacht genauer in den Blick zu nehmen und sich für ihren Schutz einzusetzen.

Ein herzlicher Dank gilt Michael Falkenberg, Julia Blendl und Michelle Brix, die mit ihrem Engagement und ihrem Fachwissen diesen besonderen Abend ermöglicht haben.

 

Fotos einiger der gefundenen Falter haben wir auf der Biodiversitäts-Plattform iNaturalist hochgeladen. Unter folgendem Link können Sie dort übrigens alle bisher im Botanischen Garten dokumentierten Beobachtungen einsehen – auch ohne eigenen Account:
🔗  https://www.inaturalist.org/projects/artenvielfalt-im-botanischen-garten-am-kit

Sie sind herzlich eingeladen, selbst mit Fotos zur Dokumentation der Artenvielfalt im Botanischen Garten beizutragen. Es ist wirklich einfach! Auf unserer Webseite finden Sie eine kurze Anleitung:
🔗 https://kit-gartenfreunde.de/inaturalist

Ausschreibung des Joseph Gottlieb Kölreuter-Preises für Nachhaltigkeit 2026

Der Karlsruher Botaniker Joseph Gottlieb Kölreuter schuf im 18. Jahrhundert mit seinen bahnbre­chen­den Forschungen über die Vererbung von Pflanzen entscheidende Grundlagen für Mendels 100 Jahre später veröffentlichte Vererbungs­gesetze. Er bewies als Ers­ter, dass bei der Vererbung Eigen­schaften beider Elternteile ge­mischt und an die Nachkommen weitergegeben werden.

Kölreuter wurde im Jahre 1763 durch Markgraf Karl Friedrich nach Karlsruhe berufen. Seitdem wird in Botanischen Gärten in Karls­ruhe geforscht. Diese Forschung wurde systematisch von der Technischen Hochschule weitergeführt, sodass am Ende des 19. Jahrhunderts der Großherzog von Baden über­zeugt werden konn­te, einen Teil der Hofgärten für den Aufbau eines wissen­schaft­lichen botanischen Gartens zur Verfügung zu stellen. Aus dieser Umwidmung ging der Botanische Garten am KIT hervor, der 2023 in “Versuchsanstalt des Joseph Gottlieb Kölreuter Instituts für Pflanzenwissenschaften” umbenannt wurde.

Der Freundeskreis Botanischer Garten am KIT e.V. schreibt im Gedenken an Joseph Gottlieb Kölreuter einen Preis für herausragende Abschlussarbeiten von Studierenden aus. Die Ergebnisse der Arbeit sollen einen relevanten Beitrag liefern zur Verbesserung der Nachhaltigkeit in Landwirtschaft, Natur- oder Umweltschutz.

Preisgeld: € 1000 zur freien Verwendung durch die Preisträgerin bzw. den Preisträger.

Voraussetzungen:

  1. Es handelt sich um eine Bachelor- oder Masterarbeit, die innerhalb von 12 Monaten vor Bewerbungsschluss abgeschlossen wurde.
  2. Das zugrundeliegende Projekt befasst sich mit Forschung an Pflanzen und/oder der Botanische Garten am KIT spielt eine essenzielle Rolle im Projekt. Die Bedeutung der Arbeit in puncto Nachhaltigkeit wird in den Bewerbungsunterlagen überzeugend dargestellt.
  3. Das Projekt ist an Karlsruher Hochschulen, also KIT, HsKA, PH, Duale Hochschule etc., oder örtlichen Partnerinstituten wie Naturkundemuseum, LTZ, MRI angesiedelt.

 Zeitpunkt:

1x im Jahr, Bewerbungsschluss 30.Juni 2026, Preisverleihung nach Absprache im Wintersemester 2026/27.

 Preisverleihung:

Die Preisverleihung findet im Rahmen des Veranstaltungsprogramms des Botanischen Gartens am KIT statt und beinhaltet einen öffentlichen, “populärwissenschaftlichen” Vortrag der Preisträgerin bzw. des Preisträgers von ca. 30 Minuten.

 Bewerbungsunterlagen:

  1. Lebenslauf
  2. Motivationsschreiben (1 Seite)
  3. Abschlussarbeit
  4. Nachweis über Abschluss der Arbeit

Die Bewerbungsunterlagen gehen in elektronischer Form an:
vereinsleitung@kit-gartenfreunde.de

Abschriften Kölreuter und Gmelin

Die von Josef Franz erstellten manuellen Abschriften der wichtigsten Publikationen der beiden “Urväter” des Botanischen Gartens am KIT, Joseph Gottlieb Kölreuter und Carl Christian Gmelin, sind nun in der Badischen Landesbibliothek in den Bereich “RegionaliaOpen” als PDF-Versionen aufgenommen worden und können somit von jedermann gelesen und auch heruntergeladen werden. Um an die einzelnen Manuskripte zu gelangen,
genügt ein Klick auf die unten aufgeführten Links oder ein Scan der QR-Codes.

Historische Publikationen von Joseph Gottlieb Kölreuter:

1) Vorläufige Nachricht von einigen das Geschlecht der Pflanzen
betreffenden Versuchen und Beobachtungen, Bd. 1, 2, 3, 4 (1761,
1763, 1764,1766)
Link zu RegionaliaOpen: https://doi.org/10.57962/regionalia-26890

2) Das entdeckte Geheimniß der Cryptogamie (1777)
Link zu RegionaliaOpen: https://doi.org/10.57962/regionalia-26892

3) Vier Artikel aus HISTORIA ET COMMENTATIONES (1775)
Link zu RegionaliaOpen: https://doi.org/10.57962/regionalia-26891

Historische J. G. Kölreuter Biografie von Johannes Behrens:
Joseph Gottlieb Koelreuter. Ein Karlsruher Botaniker des 18.
Jahrhunderts (1894)
Link zu RegionaliaOpen: https://doi.org/10.57962/regionalia-26893

Historische Publikationen von Carl Christian Gmelin:

1) Ueber den Einfluß der Naturwissenschaft auf das gesammte
Staatswohl vorzüglich auf Land und Zeit berechnet (1809),
ergänzt durch einen Artikel von Markgraf Karl Friedrich aus dem Jahr
1770, auf deutsch erschienen 1782 unter dem Titel: “Kurzer Abriß von
den Grundsäzen der politischen Oekonomie”
Link zu RegionaliaOpen: https://doi.org/10.57962/regionalia-26888

2) Nothhülfe gegen Mangel aus Mißwachs (1817)
Link zu RegionaliaOpen: https://doi.org/10.57962/regionalia-26889