Datum/Zeit: 29/11/2026 11:15 - 12:15
Veranstaltungsort: Botanischer Garten am KIT
Es hat lange gedauert, bis Frauen in Deutschland überhaupt offiziell studieren durften. In Baden war das beispielsweise ab 1900, noch gegen den heftigen Widerstand einiger männlicher Professoren. Die erste Professorin in Deutschland wurde 1923 in Hohenheim die Chemikerin und Botanikerin Margarete von Wrangell, natürlich begleitet von der Fassungslosigkeit einiger Kollegen.
Das wohl bekannteste Beispiel einer Biologin, die zu Lebzeiten um ihre Anerkennung betrogen wurde, ist Rosalind Franklin, die Entdeckerin der Helix-Struktur der DNA. Ihre Daten wurden ohne ihr Wissen an Watson und Crick weitergegeben, die dafür den Nobelpreis erhielten.
Mit Spott und Ironie wurde zunächst die Entdeckung der springenden Gene durch Barbara McClintock aufgenommen. Damit ließen sich die Farbvarianten beim „Indianermais“ erklären; die Bedeutung dieser Entdeckung für alle Organismen brachte ihr erst viele Jahre später den Nobelpreis ein.

Aber auch lange bevor Frauen zum Studium zugelassen wurden, haben Frauen ihren eigenen Weg in die Wissenschaft gefunden. Im 17. Jhdt. von der Möglichkeit eines Studiums ausgeschlossen, lernte Maria Sibylla Merian von ihrem Vater das Malen und entdeckte ihr Interesse für die Metamorphose der Insekten von der Raupe zum Schmetterling. Ihre genaue Beobachtungsgabe machte sie zu einer Pionierin der Metamorphose-Forschung, die wissenschaftliche Anerkennung dafür wuchs aber erst im 19. Jhdt.
In der Geschichte der Biologie gibt es noch etliche Frauen, die Bemerkenswertes geleistet haben, aber dafür keine oder nur sehr verspätete Anerkennung gefunden haben. Weitere, teils recht abenteuerliche Frauen-Biografien werden auf der Führung anhand von Pflanzenbeispielen illustriert aber wir werden auch Biologinnen begegnen, die sich gegen die männliche Dominanz und Überheblichkeit durchsetzen konnten.
Noch ein klein wenig Statistik: Heute stehen Frauen für etwas über 50 % der Studierenden, aber schon bei den Promotionen sind es nur noch knapp 50 %, und deutlich weniger bei Habilitationen und Professuren. Die Chancengleichheit geht auf dem Weg „nach oben“ offensichtlich zunehmend verloren.
Buchung:Die Veranstaltung ist ausgebucht.

